Veranstaltungen

| Wie viel Staat brauchen wir? Welchem Staat vertrauen wir? | Anklam

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu Vortrag und Gespräch mit dem Rechtsexperten Ralf Oberndörfer und unseren geladenen Gästen. Im Rathaus Anklam, Am Markt 3, 17389 Anklam.

Beginn 18 Uhr, der Eintritt ist frei!

Eine Veranstaltung des DemokratieLaden Anklam/Landeszentrale für politische Bildung M-V.

In den vergangenen Jahren hat es verstärkt Diskussionen über die Aufgaben des Staates gegeben. Die Corona-Pandemie hat die gegensätzlichen und oft widersprüchlichen Haltungen deutlich zu Tage gefördert: Herrschte auf der einen Seite großer Bedarf an staatlicher Hilfe, so wurden die Einschränkungen individueller Rechte von manchen als illegitimer Übergriff empfunden. Aber auch unabhängig von diesen Ausnahmebedingen haben etwa Gerichts- und Kreisstrukturreformen Widerspruch erzeugt, der teils bis heute nachhallt. Warum sind bestimmte politische Entscheidungen so umstritten, warum werden manche Debatten so emotional geführt? Wo liegt das Minimum an staatlicher Struktur, wo das Maximum für staatliche Eingriffe? Welche Rolle spielt die Kommunikation zwischen Politik und Bürger? Über diese und weitere Fragen möchten wir mit dem Rechtshistoriker und Volljuristen Ralf Oberndörfer diskutieren.
Wir erwarten außerdem Beiträge des Landrates Vorpommern- Greifswald, Michael Sack, der Kreistagspräsidentin Vorpommern-
Greifswald, Sandra Nachtweih.

Ralf Oberndörfer ist freiberuflicher Rechtshistoriker und Begründer des Instituts für Geschichtsarbeit Histox in Berlin.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.

| Die Europäische Union vor den Wahlen | Anklam

Anlässlich der Europawahl diskutieren wir aktuelle europapolitische Fragen mit unseren Experten Prof. em. Dr. Jakob Rösel und Dr. Pierre Gottschlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

In der Gedenkstätte ehem. Wehrmachtgefängnis Anklam, Adolf-Damaschke-Straße 5, 17389 Anklam

Beginn 18 Uhr, der Eintritt ist frei!

Im Juni 2024 finden Wahlen zum Europäischen Parlament statt. In Deutschland dürfen auch junge Erwachsene ab dem Alter von 16 Jahren teilnehmen. Zugleich steht die Europäische Union vor einer Vielzahl innerer und äußerer Herausforderungen: Andauernder Streit über migrationspolitische und finanzielle Fragen untergräbt die Geschlossenheit der EU. Schritte zur weiteren Vertiefung der Integration verlaufen nicht so schnell wie erwartet, beispielsweise bei der Ausweitung des grenzkontrollfreien Schengen-Raums oder in der militärischen Zusammenarbeit. Auch die Frage einer möglichen Aufnahme neuer Mitglieder wie der Ukraine oder der Staaten des Westbalkans birgt enorme Sprengkraft.

Doch um was geht es bei den anstehenden Wahlen genau? Welche Weichenstellungen für die Zukunft der EU sind zu erwarten? In welche Richtung wird sich die europäische Integration entwickeln? Und wie wirkt sich das Ganze konkret im Alltag in Mecklenburg-Vorpommern aus?

Diese und weitere Fragen diskutieren die Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Jakob Rösel und Dr. Pierre Gottschlich an diesem Abend. Diskutieren Sie mit!

Den Veranstaltungsflyer finden Sie hier.

 

| Meiersberger Dorfgeschichten, selbst erzählt - Kapitel II: Vom Mauerbau bis zum 30. Jahrestag der DDR | Meiersberg

Anlässlich des 275. Geburtstags von Meiersberg gehen wir mit unserer Gesprächsreihe zur Dorfgeschichte in die zweite Runde. Nachdem im Februar Zeitzeugenberichte zu den 1940er und 1950er Jahren zu hören waren, geht es dieses Mal um die zwei folgenden Jahrzehnte. Mit dem Historiker Christoph Wunnicke begeben wir uns auf eine Zeitreise und freuen uns auf Ihre Geschichten und Erinnerungen!

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Meiersberg.

Bei "Lohse & Zincke, Dorfstraße 151, Meiersberg
Beginn: 18 Uhr Eintritt frei

Kapitel II
Vom Mauerbau bis zum 30. Jahrestag der DDR

Die Wirren der unmittelbaren Nachkriegszeit wichen in den 1960er Jahren dem sozialistischen Alltag auch in Meiersberg: Im Jahr der Vollkollektivierung der Landwirtschaft wurde 1960 im Ort ein Friseursalon eingerichtet und ab sofort gingen bis 1962 nahezu alle Kreismeistertitel im Handball nach Meiersberg. Auch das Dienstleistungsgewerbe blühte, 1965 kam zum Friseursalon für drei Jahre eine Reparaturschneiderei und 1967 eine Wäscheannahmestelle. Im selben Jahr wurde aber auch die Fleischerei Ulrich geschlossen und nach dem Tod von Konrad Koppermann „Koppermanns Gasthaus“ von der Konsumgenossenschaft Torgelow gepachtet. Erika Althaber war von 1968 bis 1991 die Gaststättenleiterin während im Jahr ihres Amtsantritts ein Gemeindeverband mit sechs Gemeinden gebildet wurde. Fünf Jahre später, im Jahr 1973, wurde in der Mitte der Dorfstraße die Grünanlage angelegt sowie die Schwesternstation modernisiert und in die frühere Schule verlegt. Zwei Jahre darauf, wir schreiben das Jahr 1975, zog der spätere Bürgermeister Hermann Kurth nach Meiersberg, während Albert Holland die Schmiede an seinen Sohn Hans übergab. Im darauffolgenden Jahr wurde die LPG-Tierproduktion in Ferdinandshof gegründet, der neben Meiersberg fast alle weiteren LPGen der näheren Umgebung angehörten. In gewisser Weise folgerichtig besuchten ab 1979 alle Meiersberger Schüler die Ferdinandshofer Schule.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier

 

| Tischlein deck dich & Sommerkino in Meiersberg

Wie in jedem Jahr laden wir alle ein, gemeinsam den großen Tisch unter
freiem Himmel zu decken. Wir dürfen uns also wieder auf die vielen kulinarischen
Wunder und das „Dorfgespräch“ freuen. Dieses Mal reisen wir mit der brandaktuellen Kinokomödie "Zwei zu Eins" in ein ostdeutsches Provinzstädtchen in den 90er Jahren.

Bei Lohse & Zincke, Dorfstr. 151, 17375 Meiersberg.

Beginn 19 Uhr, wie immer ist der Eintritt frei!

Zwei zu Eins

Regie: Natja Brunckhorst, BRD 2024, 116 min, FSK 6
Darsteller: Sandra Hüller, Max Riemelt, Ronald Zehrfeld, Ursula Werner, Peter Kurth, Martin Brambach, Uwe Preuss, Kathrin Wehlisch, Olli Dittrich u.a.

Eine große Liebes- und Freundschaftskomödie über Geld und Gerechtigkeit.
Und eine Hommage an eine sehr besondere Zeit, in der alles möglich schien.

Halberstadt Juli 1990. Noch DDR“ informiert eine Texttafel in großen roten Lettern vor dem Vorspann. „Das hätte ich auch nicht gedacht, dass uns einmal die Arbeit ausgeht!“ klagt Sandra Hüller alias Maren. Als Nummer 591 wird sie im Arbeitsamt aufgerufen. „Wir lassen uns doch nicht unterkriegen!“ - „Nein, auf keinen Fall!“ machen sich die wartenden Frauen gegenseitig Mut. Maren, Robert (Max Riemelt) und Volker (Ronald Zehrfeld) kennen und lieben sich seit ihrer Kindheit. Eher zufällig finden sie in einem alten Schacht die Millionen der DDR, die dort eingelagert wurden, um zu verrotten. Die drei schmuggeln Rucksäcke voll Geld heraus. Gemeinsam mit ihren Freunden und Nachbarn entwickeln sie ein ausgeklügeltes System, um das inzwischen wertlose Geld in Waren zu tauschen und den anrauschenden Westlern und ihrem Kapitalismus ein Schnippchen zu schlagen. Denn wenn man jetzt ein bisschen schlau ist, kann dieser Sommer nicht nur ein großes Abenteuer, sondern auch der endgültige Wendepunkt im Leben sein.

Eine Veranstaltung der Gemeinde Meiersberg und des DemokratieLaden Anklam/LpB M-V.
Veranstaltungsort: Dorfstraße 151, 17375 Meiersberg

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier:

| Auf ein Wort – Buchvorstellung in Ramin - Gespräche unter Nachbarn in der Metropolregion Stettin

„Grenzraum: Begegnungen an Oder und Neiße“ - Ein deutsch-polnisches Gespräch unter Nachbarn mit der Journalistin und Autorin Beatrix Flatt zu ihrem gleichnamigen Buch.

Die Veranstaltung findet in deutscher und polnischer Sprache statt.

Veranstaltungsort ist das Gutshaus Ramin. Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung von: perspektywa (RAA M-V), DemokratieLaden Anklam, polenmARkT e.V., Verein für Partizipation und Soziales „Part of Europe“ e.V.

Auf ein Wort – Buchvorstellung in Ramin - Gespräche unter Nachbarn in der Metropolregion Stettin

Wir laden Sie ein, neue Nachbarn kennenzulernen, Ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für ein Zusammenleben in der Grenzregion gemeinsam auszuloten; Gespräche unter Nachbarn sorgen für Vertrauen und eröffnen neue Möglichkeiten. Dank Dolmetscherinnen und Sprachmittlern werden Sprachbarrieren überwunden. Ein kleiner Imbiss sorgt für das leibliche Wohl.
 

Zum Buch
Einen Sommer lang war Beatrix Flatt mit dem Fahrrad entlang der Flüsse Oder und Neiße unterwegs. Die Journalistin traf Menschen, die auf beiden Seiten der 468 Kilometer langen deutsch-polnischen Grenze leben, arbeiten und sich auf vielfältige Weise für ein Zusammenwachsen engagieren; die ihre länderübergreifende Nachbarschaft pflegen und mit Leben füllen. Entstanden sind inspirierende Reportagen aus einer Region, in der das Denken in Nationalstaaten trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede immer unwichtiger wird. Vielmehr entwickelt sich nach und nach ein Grenzraum mit seiner ganz eigenen Grenzidentität. Egal wie es um die aktuelle Großwetterlage zwischen den Regierungen in Berlin und Warschau gerade bestellt sein mag, die grenzüberschreitenden Verflechtungen werden immer enger.
Mit Visionen und Beharrlichkeit können Brücken gebaut, wirtschaftliche, administrative sowie kulturelle Hürden abgebaut und aus Nachbarn Freunde werden. Davon erzählen die Geschichten in diesem Buch.

Den Flyer zur veranstaltung finden Sie hier:

| Film & Gespräch mit: „Wege übers Land“ und Zeitzeugen aus Lassan und ihren Erinnerungen zum Kriegsende

Mit dem 3. Teil des Fernsehfilms "Wege übers Land" erinnern wir an das Kriegende und die unmittelbare Nachkriegszeit, die sich in Lassan und Region so oder ähnlich zugetragen hat. Die regionalen Nachkriegsentwicklungen ruft der Historiker Christoph Wunnicke in Erinnerung und diskutiert im Anschluss an den Film mit Zeitzeuginnen aus Lassan und dem Publikum, das eingeladen ist, sich mit eigenen Erfahrungen und Geschichten einzubringen.

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung der Stadt Lassan, dem DemokratieLaden Anklam und des Landkreises Vorpommern-Greifswald anlässlich der Kreispräventionstage.

Veranstaltungsort: Schützenhaus, Anlage 1, 17440 Lassan.

Film & Zeitzeugengespräch mit: „Wege übers Land“ und Zeitzeugen aus Lassan und ihren Erinnerungen zum Kriegsende

Wie im Film „Wege übers Land“ für Gertrud Habersaat, war auch in Lassan und Umgebung Anfang Mai 1945 der Krieg nicht nur für die Frauen vorbei. Bevor im Sommer 1945 vielerorts Frauenausschüsse gegründet wurden, waren, wie in Buggenhagen die gleichnamige Familie, Besitzer von ihrem jahrhundertealten Anwesen vertrieben und neue Funktionäre, wie in Lassan der Sozialdemokrat Fagt, installiert worden. Bis zum 25. August 1945 wurde die Bahnstrecke Anklam - Lassan aufrechterhalten, bevor sie im Herbst, parallel zur Bodenreform, demontiert und in die Sowjetunion gebracht wurde. Nicht nur politisch und wirtschaftlich, auch kulturell ging man neue Wege. Während der 1879 in Lassan geborene Alfred Gustav Christian Roloff, genannt „Pferde-Roloff“, dessen Bild „Flüchtende Pferde“ in Hitlers Arbeitszimmer hing, fortan in Vergessenheit geriet, konnte sich der 1887 in Anklam geborene Holzbildhauer und -restaurator Max Robert Ernst Uecker, der seine Ausbildung in Lassan gemacht hatte, vor Aufträgen kaum retten. Er stattete in den kommenden anderthalb Jahrzehnten in Vorpommern vor allem verschiedene Kirchen mit Kunstwerken aus.
Diese regionalen Nachkriegsentwicklungen ruft der Historiker Christoph Wunnicke in Erinnerung und diskutiert im Anschluss an den Film mit Zeitzeuginnen aus Lassan und dem Publikum, das eingeladen ist, sich mit eigenen Erfahrungen und Geschichten einzubringen.

Wege übers Land (3. Teil des fünfteiligen Fernsehfilms)

DDR 1968, 70 min, Buch u. Regie: Martin Eckermann, Szenarium: Helmut Sakowski nachseinem gleichnamigen Roman
Darsteller: Ursula Karusseit, Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, Christa Lehmann, Erika Pelikowsky, Erik S. Klein, Angelica Domröse, Carmen-Maja Antoni, Hans Hardt-Hardtloff u.a.

Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Gertrud kehrt mit den beiden Kindern und einem fremden Säugling in die heimatliche Tagelöhnerkate ihrer Mutter zurück. Im Dorf
versucht der Kommunist Willi Heyer, inzwischen Bürgermeister, das Elend der Dorfbewohner zu lindern. Auch Leßtorff ist aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt
und findet Hilfe beim ehemaligen SS-Mann Schneider. Als der Gertrud übel mitspielt, will sie verzweifelt das Dorf verlassen. Heyer überredet sie zur Umkehr.
Als beide gemeinsam ins Dorf kommen, tobt im Bürgermeisteramt, angestachelt von SS-Schneider und den Großbauern, bereits der Mob. Im Handgemenge stirbt
Leßtorff durch einen Schuss aus Schneiders Waffe. Der Hof wird enteignet und aufgeteilt, aber Gertrud hat sich geschworen, nie wieder fremdes Land anzunehmen.

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| Meiersberger Dorfgeschichten, selbst erzählt - Kapitel III: Vorboten der Friedlichen Revolution in Meiersberg

Anlässlich des 275. Geburtstags von Meiersberg gehen wir mit unserer Gesprächsreihe zur Dorfgeschichte in die letzte Runde.
Mit dem 3. Kapitel, in dem wir uns der Zeit von 1980 bis zum Ende der 90er Jahre widmen, klingt unsere Veranstaltungsreihe aus. Mit dem Historiker Christoph Wunnicke, Ihnen und hoffentlich wieder vielen Besuchern aus Meiersberg und Region, begeben wir uns wieder auf eine Zeitreise und freuen uns auf Ihre Geschichten und Erinnerungen!

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Meiersberg.

Bei Lohse & Zincke, Dorfstraße 151, Meiersberg
Beginn: 19 Uhr, Eintritt frei

Kapitel III: Vorboten der Friedlichen Revolution in Meiersberg

Im November 1981 wurde die Meiersberger Feuerwehr erstmals mit dem Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ ausgezeichnet, bevor der gesamten Gemeinde im März 1985 der zuvor verliehene Titel „Bereich der vorbildlichen Ordnung und Sicherheit“ aberkannt wurde. Vielleicht auch deshalb wurde wenige Monate später der bis dahin für 31 Jahre amtierende Bürgermeister Erich Glaubitt frühverrentet, womit die bis 1989 andauernde Amtszeit Werner Spiegels begann. Im Jahr 1987 wurde die Gärtnerei als Teilbetrieb der GPG „Frohe Zukunft“ in Torgelow geschlossen, das Dach der Kirche neu eingedeckt und 1988 mit dem Bau der Betonstraße in Richtung Ueckermünde begonnen, die mitten in der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 fertiggestellt wurde. Deren politische Umwälzungen führten dazu, dass am 23. März 1990 in der „Freien Erde“ die Schlagzeile zu lesen war: „Meiersberg - ein Dorf, das angeblich keinen Bürgermeister hat“. Dieser wurde aber noch im selben Jahr mit Hermann Kurth neu gewählt, bevor Meiersberg seit dem 1. Juli 1992 zum Amt Ueckermünde gehörte und 1994 zum neu gegründeten Landkreis Uecker-Randow mit der Kreisstadt Pasewalk kam. Bereits 1991 wurde aus der LPG eine GBR, die 1995 in der „Milchhof Blumenthal GmbH“ aufging. Aber auch der damit einhergehende Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft führte zum Wegzug vieler Menschen und dem Rückgang der Geburtenzahlen. Seit 1996 wuchs die Einwohnerzahl Meiersbergs wieder, und zur 250-Jahr-Feier des Ortes wurde am 11. Juli 1999 die Orgel in der Kirche wieder eingeweiht.

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| DIE EUROPÄISCHE GESCHICHTE WOLGASTS - EIN MUSIKALISCH-HISTORISCHER VORTRAG MIT CHRISTOPH WUNNICKE

Nie gab es ein europäischeres Jahr! Am 1. Mai wurde 20 Jahre EU Osterweiterung gefeiert, am 8. Mai der 50. Jahrestag des Gewinns des „Europapokals der Pokalsieger“ durch den 1. FC Magdeburg, Anfang Juni, parallel zur Wahl des europäischen Parlaments, der 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie, ohne die es keine Europawahl gäbe, wenig später begann die Fußballeuropameisterschaft und nun krönen wir das alles mit der europäischen Geschichte von Wolgast.

Ehemalige Stadtbibliothek, Hufelandstraße 2
Beginn 19 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Stadtgeschichtlichen Museum Wolgast.

DIE EUROPÄISCHE GESCHICHTE WOLGASTS- EIN WAHRES MÄRCHEN MIT KÜNSTLERN, KAUFLEUTEN UND KRIEGEN
Ein musikalisch-historischer Vortrag mit dem Historiker Christoph Wunnicke

Wolgaster waren schon früh als Europäer in Deutschland und Europa unterwegs. So soll an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert der Wolgaster Maler
Baltzer Gronow zusammen mit dem ungarischen Künstler Michael Jeger für die Greifswalder Marienkirche mehrere Tafeln, unter anderem mit der Abendmahlsdarstellung, geliefert haben. Wenige Jahre später war der belgische Kaufmann Jacob de Somere in Pommern-Wolgast als Freizeitdiplomat, Getreideaufkäufer und Hoflieferant für den Herzog tätig. Aber auch andersherum fand europäischer Austausch statt. Der 1793 in Wolgast geborene Kaufmannssohn August Wilhelm Homeyer, dessen Speicher später das Wolgaster Stadtbild prägen sollten, „reifte“ ab 1817 auf Wunsch des Vaters durch Reisen in europäische Städte wie Brüssel, Antwerpen oder Paris. Als er 1818 in London vom Tod seines Vaters erfuhr kam er zurück nach Wolgast, um das Geschäft seines Vaters erfolgreich weiterzuführen. Der etwas ältere Wolgaster Maler Philipp Otto Runge schrieb zwar nur zwei Märchen, die aber über die Gebrüder Grimm prägend auf die europäische
Märchenwelt einwirkten. Gar nicht märchenhaft war der Zweite Weltkrieg; Belgische und französische Zwangsarbeiter bzw. Kriegsgefangene, die im Gußstahlwerk schuften mussten, lebten in der Kapelle St. Jürgen. Diese erhielten, so berichten Bücher aus der DDR-Zeit, von Kommunisten und Sozialdemokraten zu Weihnachten 1940 Pakete mit Lebensmitteln, Obst und Tabak.

Diese dann doch irgendwie märchenhafte europäische Geschichte Wolgasts erzählt der Historiker Christoph Wunnicke. Der Tenor Kay-Gunther Pusch, die Pianistin Christiane Novozin Roeloffs und der Trompeter Ulf Rust begleiten ihn zwischen den Erzählblöcken mit bekannten und weniger berühmten Liedern aus unterschiedlichen Epochen und verschiedenen Ländern Europas.

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| Film & Gespräch: Dokumentarfilm „Sonntagskind - Die Schriftstellerin Helga Schubert“ & Frauen aus Strasburg

Die Wiederentdeckung einer Jahrhundertautorin: Helga Schubert. Literatin, Poetin, Chronistin.
Im zweiten Anlauf im Alter von 80 Jahren mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und aktuell mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Gemeinsam mit ihrem 95-jährigen Mann, den sie liebevoll pflegt, lebt sie beschaulich in Mecklenburg-Vorpommern. In dieser Landidylle kann sie sich ihrer Leidenschaft widmen: dem Schreiben. 1975 erschien ihr erstes Buch "Lauter Leben", das in der DDR unmittelbar zum Erfolg wurde. Es folgten viele weitere Bücher und Preise. Der Film hat die Autorin knapp acht Monate begleitet.
Im Anschluss laden wir zum Gespräch über den Film und "Frausein" in der DDR ein.

Unsere Gesprächsgäste: Gudrun Maria Riedel, damals Gemeindepädagogin und Kirchenmusikerin, Dr. Ingeborg Schneider, damals Allgemeinärztin und Carolin Große, damals Jugendliche.

Altes Gemeindehaus, Pfarrstraße 22 b, 17335 Strasburg
Beginn: 19 Uhr

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit "Altes Gemeindehaus e.V."

Sonntagskind – Die Schriftstellerin Helga Schubert.
Regie: Jörg Hermann, D 2023 | 100 MIN

Irgendwo im Nirgendwo zwischen Schwerin und Wismar lebt die 83-jährige Helga Schubert, pflegt
ihren 95-jährigen kranken Ehemann, den ehemaligen Psychologieprofessor und Maler Johannes
Helm und schreibt, wie in den vergangenen Jahrzehnten, jeden Tag an ihren Geschichten. Von hier
aus bricht sie, so oft es möglich ist, auf zu Lesungen, Vorträgen und Empfängen, denn seit dem
Gewinn des Bachmannpreises im ersten Coronasommer 2020 ist sie wieder eine gefragte Person
des öffentlichen Lebens.

Im Anschluss an den Film möchten wir mit Frauen ins Gespräch kommen, die über ihr Leben als berufstätige Mütter oder auch als Jugendliche zu unterschiedlichen Zeiten in der DDR berichten; Lebenswege, die oft nicht einfach, aber immer reich an Erfahrungen waren, Erfahrungen, die heute eine Generation von Frauen prägen, die, inzwischen reich an Jahren, ihr aktives Leben leidenschaftlich fortsetzt.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.

| Lesung & Konzert mit Inga Iwasiów und Hubert Szczęsny | Gutshaus Ramin

Es ist wieder soweit! Das polnische Kulturfestival polenmARkT beginnt und wir sind dabei. Zusammen mit dem polenmarkt e.V. laden wir zur Buchvorstellung mit der renommierten polnischen Autorin und Literaturwissenschaftlerin Inga Iwasiów ein. Im Gespräch mit dem Greifswalder Slawisten und polenmARkT - Organisator Marek Fiałek wird sie ihren Roman „Das späte Leben“ vorstellen. Mit einem Konzert mit dem Weltmusiker Hubert Szczęsny klingt der Abend aus.
Die Veranstaltung wird simultan übersetzt und ermöglicht sowohl den deutschen als auch den polnischen Gästen die Teilnahme am Gespräch.

Gutshaus Ramin, Dorfstraße 41, 17321 Ramin

Beginn: 17 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Über die Autorin

Inga Iwasiów lebt in Szczecin und gilt als eine der herausragenden intellektuellen Persönlichkeiten Polens. Ihre Karriere umfasst nicht nur literarische und akademische Erfolge, sondern auch eine bedeutende gesellschaftspolitische Rolle. Als Professorin für Literaturwissenschaft und Genderforschung ist sie eine entschlossene Fürsprecherin für Frauenrechte und Feminismus. In den letzten Jahren machte sie insbesondere durch ihr Engagement in Protestbewegungen gegen die autoritäre Politik der PiS-Regierung auf sich aufmerksam. Ihr leidenschaftlicher Einsatz für Demokratie und Menschenrechte, insbesondere für Frauenrechte, führte sie nicht selten auf die Straßen. Ein kontroverser Ausdruck wie „Fuck und Fuck Off“, den sie bei Protesten in Stettin verwendete, brachte ihr zwar Kritik, aber auch die Solidarität vieler Kollegen, die in einem offenen Brief die Bedeutung der Gedanken- und Redefreiheit verteidigten.

Ihr Roman „Das späte Leben“

Inga Iwasióws neuestes Werk „Das späte Leben“ greift drängende Fragen unserer Zeit auf und spielt in einer kleinen Küstenstadt an der Ostsee. Mit der titelgebenden Frage „Das späte Leben“ deutet Iwasiów auf den Zwiespalt zwischen Endgültigkeit und Neuanfang, der die Figuren ihres Romans begleitet. Die Erzählstruktur des Buches wirkt zunächst wie eine Sammlung von Kurzgeschichten; erst nach und nach erkennen die Leserinnen und Leser die Verbindungen zwischen den Figuren und ihren Schicksalen.

Die Charaktere im Roman leiden an Burnout und Lebensüberdruss, ihre Erschöpfung äußert sich in Krankheiten wie Krebs, Gedächtnisverlust und Alkoholsucht. Unter ihnen ist auch eine junge Ukrainerin, die in Polen arbeitet, um ihre Familie zu unterstützen, während sie insgeheim vom Schreiben und vom Nobelpreis träumt. Die Handlung des Romans ist in einer Welt voller Unsicherheiten angesiedelt: Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Wirtschaftskrise bestimmen das Leben der Menschen. Ebenso greift der Roman Themen wie die Klimakatastrophe auf – symbolisiert durch Quallen am Strand – und regt zum Nachdenken über Konsumverhalten und die Nutzung von Ressourcen an. Iwasiów stellt die Frage, ob es noch Hoffnung gibt und wie die Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagieren sollte.

KONZERT: Hubert Szczęsny

Der charismatische Musiker und Sänger, dessen Werke die Weltmusik mit innovativem Geist bereichern, ist bekannt für seine beeindruckende Stimme und seine besondere Mischung aus Eigenkompositionen und kreativen Neuinterpretationen. Seine Musik verbindet Einflüsse aus verschiedenen Traditionen und bringt so eine einzigartige, harmonische Vielfalt zum Ausdruck. Seine Darbietung verspricht ein unvergessliches Erlebnis zu werden, das Emotionen und Klänge aus unterschiedlichen Kulturen vereint und dabei seinen ganz persönlichen Stil widerspiegelt. 

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.