Film & Zeitzeugengespräch mit: „Wege übers Land“ und Zeitzeugen aus Lassan und ihren Erinnerungen zum Kriegsende
Wie im Film „Wege übers Land“ für Gertrud Habersaat, war auch in Lassan und Umgebung Anfang Mai 1945 der Krieg nicht nur für die Frauen vorbei. Bevor im Sommer 1945 vielerorts Frauenausschüsse gegründet wurden, waren, wie in Buggenhagen die gleichnamige Familie, Besitzer von ihrem jahrhundertealten Anwesen vertrieben und neue Funktionäre, wie in Lassan der Sozialdemokrat Fagt, installiert worden. Bis zum 25. August 1945 wurde die Bahnstrecke Anklam - Lassan aufrechterhalten, bevor sie im Herbst, parallel zur Bodenreform, demontiert und in die Sowjetunion gebracht wurde. Nicht nur politisch und wirtschaftlich, auch kulturell ging man neue Wege. Während der 1879 in Lassan geborene Alfred Gustav Christian Roloff, genannt „Pferde-Roloff“, dessen Bild „Flüchtende Pferde“ in Hitlers Arbeitszimmer hing, fortan in Vergessenheit geriet, konnte sich der 1887 in Anklam geborene Holzbildhauer und -restaurator Max Robert Ernst Uecker, der seine Ausbildung in Lassan gemacht hatte, vor Aufträgen kaum retten. Er stattete in den kommenden anderthalb Jahrzehnten in Vorpommern vor allem verschiedene Kirchen mit Kunstwerken aus.
Diese regionalen Nachkriegsentwicklungen ruft der Historiker Christoph Wunnicke in Erinnerung und diskutiert im Anschluss an den Film mit Zeitzeuginnen aus Lassan und dem Publikum, das eingeladen ist, sich mit eigenen Erfahrungen und Geschichten einzubringen.
Wege übers Land (3. Teil des fünfteiligen Fernsehfilms)
DDR 1968, 70 min, Buch u. Regie: Martin Eckermann, Szenarium: Helmut Sakowski nachseinem gleichnamigen Roman
Darsteller: Ursula Karusseit, Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, Christa Lehmann, Erika Pelikowsky, Erik S. Klein, Angelica Domröse, Carmen-Maja Antoni, Hans Hardt-Hardtloff u.a.
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Gertrud kehrt mit den beiden Kindern und einem fremden Säugling in die heimatliche Tagelöhnerkate ihrer Mutter zurück. Im Dorf
versucht der Kommunist Willi Heyer, inzwischen Bürgermeister, das Elend der Dorfbewohner zu lindern. Auch Leßtorff ist aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt
und findet Hilfe beim ehemaligen SS-Mann Schneider. Als der Gertrud übel mitspielt, will sie verzweifelt das Dorf verlassen. Heyer überredet sie zur Umkehr.
Als beide gemeinsam ins Dorf kommen, tobt im Bürgermeisteramt, angestachelt von SS-Schneider und den Großbauern, bereits der Mob. Im Handgemenge stirbt
Leßtorff durch einen Schuss aus Schneiders Waffe. Der Hof wird enteignet und aufgeteilt, aber Gertrud hat sich geschworen, nie wieder fremdes Land anzunehmen.
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier