| Lassaner Mosaik I | Stadtgeschichte selbst erzählt - Die 1950er und 1960er Jahre & Einweihung der Dauerausstellung „Lassaner Mosaik – hinter offenen Türen“
Nach der Gründung der DDR wurde Lassan rasch in die neuen politischen Strukturen eingebunden. Im Jahr 1949 unterstützten Lassaner auf Versammlungen die Annahme der Verfassung, 1950 erfolgte im Zuge der Verwaltungsreform die Zuordnung zum Kreis Anklam. 1951 erschütterte der Tod dreier Jungen im Eis der Peene die Stadt. Seit 1952 entstanden LPGs wie „Solidarität“ in Lassan, „Neues Leben“ in Pulow oder „7. Oktober“ in Buggenhagen. Die PGH der Bäcker „Gute Qualität“ erfüllte ihre Pläne, HO- und Konsum-Läden sicherten die Versorgung. Fischerei blieb im Rahmen der Fischereiproduktionsgenossenschaft bedeutend, Produkte aus Lassan versorgten die Ferienheime an der Ostsee. Naturereignisse wie das Sturmhochwasser von 1957 mit Deichdurchbrüchen erinnerten an die Verwundbarkeit der Küstenregion. Gleichzeitig war Lassan in internationale sozialistische Kontakte eingebunden, etwa 1966 bei der deutsch-bulgarischen Freundschaftswoche. In den 1960er-Jahren trat „Traktor Lassan“ im FDGB-Pokal an.
Die Ausstellung „Lassaner Mosaik – Hinter offenen Türen“
Vor Beginn der Veranstaltung, ab 18 Uhr, sind alle herzlich eingeladen, die Ausstellung „Lassaner Mosaik – Hinter offenen Türen“ anzuschauen. Sie wurde erstmals 2019 in der Johanniskirche in Lassan präsentiert. Nun findet die Ausstellung in der Galerie im Lassaner Schützenhaus einen dauerhaften Platz. Eine nächste Gelegenheit für einen Besuch bietet sich zu Kunst:Offen am Pfingstwochenende vom 23. bis 25. Mai von 10- 18 Uhr.
Die Ausstellung initiierten der Kunsthistoriker Dr. Daniel Stemmrich und der Künstler Bernd Riehm. Die Zeitzeugen-Interviews, die Daniel Stemmrich mit einigen der ältesten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt geführt hat, sind teilweisen in Lassan oder der Umgebung geboren, andere sind hierher geflüchtet. Allen gemeinsam ist, dass sie heute in Lassan ihr zu Hause, ihre Heimat haben. Ihre Erinnerungen an das Kriegsende werden in Textauszügen präsentiert und im Katalog veröffentlicht. Der visuelle Fokus liegt auf den sensiblen Fotografien der Zeitzeugen und ihrer privaten Umgebung von Bernd Riehm.
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier:
