Veranstaltungen

| „Unter Männern“ – Dokumentarfilm und Gespräch über schwule Subkultur in der DDR

Wie lebte es sich als schwuler Mann in der DDR? Dieser Frage geht der Film „Unter Männern“ (D 2012, Regie: Ringo Rösner) nach und portraitiert dabei sechs Männer –eine besondere Perspektive, die die Diktatur abseits bekannter Milieus betrachtet.

Lars Tschirschwitz, stellv. Landesbeauftragter, im Gespräch mit Ringo Rösner, Filmemacher, promovierter Philosoph und gebürtiger Anklamer und Florian Ostrop, Historiker bei der Stiftung Mecklenburg und Mitglied der Historischen Kommission Mecklenburg

Beginn: 18 Uhr
Ort: RITZ, Peenstraße 1a, 17389 Anklam

Eintritt frei!

Veranstalter: DemokratieLaden Anklam - LpB M-V, Landesbeauftragter für M-V für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Museum im Steintor und Hansestadt Anklam, Stiftung Mecklenburg

In der DDR war Homosexualität ab 1968 mit der Abschaffung des § 175 StGB nicht mehr illegal, nachdem zuletzt im nationalsozialistischen Deutschland vor allem homosexuelle Männer verschärft strafrechtlich verfolgt worden waren. Im Gespräch mit dem aus Anklam stammenden Regisseur Ringo Rösner gehen wir der Lebensrealität schwuler Männer hinter dem formal liberalen Recht in der DDR nach.

Regionale Schlaglichter werfen wir mit Florian Ostrop, der über eine selbstorganisierte Gruppe von Männern in Rostock und deren Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit geforscht hat. Auszüge aus Stasi-Akten zeigen darüber hinaus, wie die Geheimpolizei mit dem Wissen um einschlägig Privates umging.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier:

 

| Lesung & Gespräch mit der Schriftstellerin Ines Geipel

Ort: Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm/Usedom, Dorfstraße 33, 17419 Kamminke
Beginn: 16 Uhr
Moderation: Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung M-V

Der Eintritt ist frei.

Anlässlich des Volkstrauertages und im Anschluss an die Gedenkveranstaltung an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaften auf der Kriegsgräberstätte Golm in Kamminke, laden wir zu Lesung und Gespräch mit der Schriftstellerin Ines Geipel ein.

Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch „Landschaft ohne Zeugen“ in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der vorbildlichen Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR.

Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los?

Das Gespräch zwischen Ines Geipel und Jochen Schmidt versucht, Leerstellen in der Erinnerungskultur nach 36 Jahren Deutscher Einheit auszuloten und betrachtet den ostdeutschen Mythos Buchenwald neu. Das Jahr 2026 bedeutet spürbar einen Umbruch in der politischen Landschaft. Was aber muss gesichert sein mit Blick auf das deutsch-deutsche Gedächtnis?

Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen. 

Ines Geipel ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Das zentrale Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier:

| Krieg ohne Ausweg? Welche Zukunft hat die Ukraine? Diskussion & Gespräch mit Peggy Lohse (Journalistin), Jörn Happel (Historiker) und Pierre Gottschlich (Politikwissenschaftler)

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht seit Jahren enormes menschliches Leid. Der Krieg hat das Leben von unzähligen Menschen zerstört oder beeinträchtigt, die europäische Sicherheitsordnung nachhaltig erschüttert und die internationale Politik verändert. Nicht nur die unmittelbar beteiligten Staaten sind betroffen: Länder wie Polen und Deutschland haben Millionen Geflüchtete aufgenommen, deren Zukunft ungewiss bleibt. Mehr denn je stellt sich die Frage, wo ein Ausweg aus dem Töten und der Zerstörung gefunden werden kann: Wie können sich angesichts neuer Eskalationen noch Forderungen nach Frieden durchsetzen – und wer legt fest, zu welchem Preis? Welche Zukunft haben die Ukraine und die Sicherheit Europas? Was wird mit Russland?

Beginn: 19 Uhr
Wo: Begegnungszentrum mia in Löcknitz, Am See 3b
Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird simultan ins Ukrainische übersetzt.

Mehr als viereinhalb Jahre Krieg haben die Ukraine zu einem anderen Land werden lassen: Wie kann eine Gesellschaft mit den furchtbaren Verlusterfahrungen und mit den vielen Toten, Verwundeten und Verstörten umgehen? Wie prägen Krieg und nationalistische Radikalisierung das gesellschaftliche Zusammenleben und den politischen Diskurs? Welche Legitimität können die Kriegführenden beanspruchen? Und wie kann es weitergehen? Mit welchen Hoffnungen, Erwartungen und Ängsten blicken wir auf die Situation?

Über diese und andere Fragen möchten wir sprechen und diskutieren. Hierbei möchten wir verschiedene Perspektiven verbinden – innen und außen, Ukraine und Europa, aktuelle Lage und historische Einordnung.

Es diskutieren Peggy Lohse (Ukraine-Redakteurin des Online-Mediums dekoder.org) und Jörn Happel (Professor für Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg). Die Moderation übernimmt Pierre Gottschlich (Zentrum für Eurasische Studien an der Universität Rostock).

Den Flyer zur veranstaltung finden Sie hier: