Veranstaltungen

| Stadt | Bau | Mensch - Anklamer Stadtgeschichte selbst erzählt, Teil 1: Die 50er bis 80er Jahre

Wann: Dienstag, 21. April, 18 Uhr

Ort: RITZ, Peenstraße 1a

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung des Demokratieladen Anklam/LpB MV und des Museums am Steintor der Hansestadt Anklam.

Wie wurde Anklam nach Krieg und Zerstörung neu gedacht? Welches Menschenbild stand hinter dem Wiederaufbau? Welche Vorstellungen von Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Gemeinschaft prägten die Stadt?
Unsere Veranstaltung lädt dazu ein, den Wiederaufbau Anklams nach 1945 nicht nur als Baugeschichte, sondern vielmehr als gesellschaftliches Projekt zu betrachten. Im Zentrum steht die Frage, wie sich das sozialistische Verständnis vom „neuen Menschen“ städtebaulich niederschlug in Wohnformen, Nachbarschaften, Arbeitswegen, öffentlichen Räumen und der Organisation des Alltags.

Vortrag und Rückblick von und mit Architektin Susann Milatz und Historiker Christoph Wunnicke.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zum Zuhören, Mitreden und Austauschen!

Bereits die frühen Wiederaufbaupläne ab 1949 zeigen, wie ambitionierte Entwürfe und materielle Mängel und Notwendigkeiten ineinandergreifen. Mal in gemauerter Architektur mit historischen Zitaten, mal normiert im industriellen Wohnungsbau. Der Übergang von handwerklichen Bauten zu seriellen Bauweisen veränderte nicht nur das Stadtbild, sondern auch das soziale Leben.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Stadtgeschichte, Architektur und das alltägliche Leben in Anklam interessieren. Vor allem aber an jene, die selbst noch Erinnerungen an bauliche Veränderungen haben und daran, wie sich das Leben durch die Entstehung von Kindergärten, Schulen, Kaufhallen, Gaststätten, Wohnblocks, Betrieben oder genossenschaftliches Bauen in den unterschiedlichen Phasen änderte.

Der Historiker Christoph Wunnicke erinnert in zwei kurzen Vorträgen an die Zeit in Anklam in den 50er und 60er sowie den 70er und 80er Jahren. Er wird begleitet von der Architektin Susann Milatz. Die gebürtige Anklamerin ist aktuell mit der städtebaulichen Rahmenplanung für die Innenstadt beauftragt und wird einen kurzen bebilderten Rückblick und eine fachliche Einordnung geben.

Neben Ihren Erinnerungen und Geschichten sind wir auch sehr an Ihren privaten Fotos und anderen Zeitzeugnissen interessiert, bspw. von Richtfesten, Wohnungsbezügen oder Schuleinführungen, die insbesondere die Zeit der Aufbaujahre dokumentieren. Sie würden ggf. auch den Bestand des Museums am Steintor bereichern.

Ausblick: STADT | MENSCH | BAU – Teil 2: Die 90er Jahre bis heute

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier

| Das Grundgesetz: Ein Provisorium mit Ewigkeitsklausel

Am 23. Mai begeht das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Wir laden Sie ein, mit uns gemeinsam auf die Entstehung des Grundgesetzes zurückzublicken, eine Zwischenbilanz zu ziehen und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.
Es diskutieren die Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Jakob Rösel und Dr. Pierre Gottschlich (Uni Rostock).
Diskutieren Sie mit!

Am 28. April, 18 Uhr, im Kulturzentrum in Jarmen, Rosenstraße 5

Der Eintritt ist frei, Imbiss inklusive!

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Kulturbrücke Peene-Tollense e.V.

Blick zurück, Blick nach vorn

Als das Grundgesetz 1949 verabschiedet wurde, galt es als Provisorium, welches absehbar von einer neuen Verfassung für ganz Deutschland abgelöst werden sollte. Schon damals war es nicht ganz widerspruchsfrei, gab und gibt es doch im Grundgesetz in Artikel 79 die berühmte Ewigkeitsklausel, welche bestimmte Kernbestände wie den Bezug auf die Menschenwürde vor Änderungen schützt.

Nach mehr als einem Dreivierteljahrhundert ist das Grundgesetz immer noch die geltende Verfassung unseres Landes. Das einstige Provisorium hat sich in vielerlei Hinsicht als Erfolgsgeschichte erwiesen. In der Bundesrepublik hat es für Wirtschaftswunder und Wohlstand gesorgt, eine liberale Gesellschaft ermöglicht und war 1989/90 der juristische Schlüssel zur deutschen Einheit. Doch warum gab es im Zuge der Wiedervereinigung keine neue, gesamtdeutsche Verfassung, obwohl dies nach Artikel 146 eigentlich vorgesehen war? Und ist es für die Legitimität des Grundgesetzes ein Problem, dass es weder 1949 noch 1990 durch ein Referendum bestätigt wurde?

Heute stellen die Veränderungen des 21. Jahrhunderts das Grundgesetz vor neue Herausforderungen, auf die Antworten gefunden werden müssen: Gelten Grundrechte auch im digitalen Raum? Wie können Föderalismusblockaden und Repräsentationsdefizite im politischen System verringert werden? Und muss das Grundgesetz sich besser vor Krisen und möglichen populistischen Übergriffen schützen? 

Über diese und andere Fragen möchten wir mit Ihnen und den Politikwissenschaftlern Prof. em. Dr. Jakob Rösel und Dr. Pierre Gottschlich diskutieren.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier: